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Tagebuch eines Gescheiterten - Tag 2

Das Leben besteht aus einer Anhäufung von Ablenkungen. Man versucht sich ständig von der Tatsache abzulenken, dass man das Leben in all seiner Vielfältigkeit nicht begreifen und damit nicht beherrschen kann. Das Leben hat uns fest im Schwitzkasten und tritt uns dabei ab und zu in den Arsch. Es macht sich über uns lustig und spielt mal so mal so.

Das einzige was wir tun können ist das, was einem früher von den Eltern beigebracht wurde: Nicht darauf eingehen und hoffen, dass es von alleine irgendwann aufhört.

Und so düster und verzweifelt das jetzt auch klingen mag, es liegt doch ein gewisser Trost in dieser Annahme. Die Annahme, dass wir unfehlbar sind. Wenn man die Verantwortlichkeit abspricht wird man unfehlbar, unangreifbar und unverwundbar.

Indem man das Leben in die Verantwortung nimmt, erlischt ein Teil der eigenen Existenz. Man verliert einen Teil seiner eigenen Identität und kann sich auf eine ekelerregende Art und Weise gehen lassen.

Und genau, weil wir uns mit dieser Art und Weise sich gehen zu lassen nicht identifizieren können versuchen wir uns Tag für Tag abzulenken. Man setzt sich kleine Zwischenziele, damit einem die gesamte Strecke nicht so weit vorkommt. Denn die Länge der Strecke ist niederschmetternd. Es gibt gleichzeitig zu viele Abzweigungen um da anzukommen wo man gerne hin wollte und zu viele Ziele um keins zu erreichen.

In diesem Zwiespalt liegt die Ironie des Ganzen. Wie eine endlose einspurige Autobahn, bei der jede Abfahrt richtig ist. Egal welche Abfahrt man nimmt, man hat unendlich viele richtige verpasst und muss sich immer fragen ob man die richtige richtige genommen hat. Vor lauter zweifeln wendet man an der nächsten Einfahrt und begibt sich wieder auf die Autobahn nur um an der nächsten genommen Ausfahrt zu merken, dass die letzte irgendwie doch besser war. Aber umdrehen ist nicht. Das Leben hasst Geisterfahrer und versieht die vorherige Ausfahrt mit einem großen „Durchfahrt verboten“-Schild.

Und egal wie weit man auf der Autobahn gekommen ist, das Benzin wird einem ausgehen, bevor man gesehen hat, dass die Autobahn an einer großen Klippe endet. Irgendwo zwischen den Zielen verendet das Auto und man selbst. Und während man auf der Suche nach einer Tankstelle immer schwächer wird, wünscht man sich eigentlich nur man wäre bei dieser verdammten ersten Ausfahrt geblieben. Die einem jetzt so perfekt und unwiderstehlich vorkommt. Und während über einem die ersten Geier kreisen und jeder Schritt schwerer als der vorangegangene scheint kämpft man sich mit letzter Kraft die nächste Ausfahrt hinauf nur um dann an einem gelben Schild mit der Aufschrift „Paradies 500m“ zusammenzubrechen.

5.2.11 14:22

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